Am 22. Januar 2019 unterzeichneten Deutschland und Frankreich den Aachener Vertrag und erneuerten darin die Vereinbarungen der deutsch-französischen Zusammenarbeit aus dem Élysée-Vertrag von 1963 mit dem Ziel, die Beziehungen beider Länder weiter zu vertiefen. Fünf Jahre später warfen Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Politik einen Blick zurück und diskutieren die Rolle der deutsch-französischen Freundschaft für die Zukunft Europas.
Hierzu hatten das Cluster für Europaforschung (CEUS) der Universität des Saarlandes und die Staatskanzlei in Partnerschaft mit dem Frankreichzentrum der UdS am Mittwoch, den 17. Januar 2024, zu einer Wissenschaftsmatinée mit Podiumsdiskussion in die Staatskanzlei eingeladen. Im Fokus standen nicht nur die Errungenschaften der vergangenen fünf Jahre, sondern auch künftige Herausforderungen der deutsch-französischen Kooperation.
Nach Einführungsvorträgen zu den Innovationen des Aachener Vertrages durch Dr. habil. Claire Demesmay, Europa-Gastprofessorin am CEUS, Benjamin Kurc, Leiter des Deutsch-Französischen Bürgerfonds und Dr. Tobias Koepf, Projektleiter bei der Stiftung Genshagen diskutierten im Anschluss die Experten Michael Scharfschwerdt (Leiter des Planungsstabs im Auswärtigen Amt) und Prof. Dr. Michael Staack (Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr, Hamburg) zu deren Auswirkungen auf die deutsche und französische Außenpolitik. Im Fokus stand die Kooperation des Couple franco-allemand in und für die EU, unterschiedliche Traditionen und mögliche Annäherungen in der Sicherheitspolitik, die Herausforderung durch eine zweite Trump-Administration und die Rolle beider Akteure in Westafrika. Michael Staack machte deutlich, dass die – möglichst um andere Staaten erweiterte – deutsch-französische Initiativfunktion angesichts der permanenten Krisen unverzichtbar bleibe für die Europäische Union. Das aber sei in der deutschen Außenpolitik nicht immer zu erkennen – eine Fehlentwicklung, die bereits in den langen Jahren der Merkel-Kanzlerschaft begonnen habe.
Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit stand dann im Fokus des folgenden Podiums mit den Diskutantinnen und Diskutanten Jun.-Prof. Dr. Carola Fricke (Juniorprofessorin für Humangeographie mit europäischem Schwerpunkt, Universität des Saarlandes), Vincent Muller (französischer Generalsekretär des Deutsch-Französischen Ausschusses für grenzüberschreitende Zusammenarbeit) und Jun.-Prof. Dr. Florian Weber (Juniorprofessor für Europastudien (Westeuropa und Grenzräume), Universität des Saarlandes).
Dr. habil. Claire Demesmay, seit 2023 Europa-Gastprofessorin am Cluster für Europaforschung der UdS, führte durch die Wissenschaftsmatinée, die rund 100 Gäste sowohl vor Ort als auch im Livestream verfolgten. Sie freute sich über das große wissenschaftliche und politische Interesse an der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Frankreich.
Zur Aufzeichnung der Wissenschaftsmatineé auf Youtube (Außen- und Sicherheitspolitik ab 48:00).


