Workshop zu den Indopazifik-Strategien Deutschlands und Südkoreas in Bad Homburg

Am 5. Dezember 2023 hatten das Generalkonsulat der Republik Südkorea und das Leibniz-Institut Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung (HSFK) zum Workshop „Korean and German Approaches to the Indo-Pacific: Preserving Agency and Navigating Great-Power Competition“ nach Bad Homburg eingeladen. In zwei exzellent besetzten Panels ging es um die jeweiligen Strategien Südkoreas und Deutschlands in dieser gegenwärtig sowie absehbar wichtigsten und dynamischsten Weltregion. Welche Übereinstimmungen gibt es und welche Unterschiede? Wie kann das gegenseitige Verständnis und die bilaterale Partnerschaft vertieft, die Beziehungen und die Kooperation ausgebaut werden? Was können demokratische Middle Powers tun, um die internationale und regionale Ordnung in ihrem Sinne mitzugestalten und wie können die Folgen der sino-amerikanischen Rivalität abgemildert werden?

Im deutschen Panel nahm Dr. Dan Krause eine grundsätzliche Einordnung der deutschen Leitlinien für den Indo-Pazifik vor und bewertete die Möglichkeiten, Grenzen und drängendsten Aufgaben Deutschlands als Handelsstaat und als bedeutendes Mitgliedsland der Europäischen Union in der Region. Im Abschlusspanel zeigte er die deutlich gewordenen Gemeinsamkeiten und Unterschiede beider Strategien, das erhebliche bilaterale Kooperationspotenzial und mögliche Optionen der Umsetzung bzw. zur Erreichung der gemeinsamen Ziele auf. Einig waren sich alle, dass Südkorea und Deutschland ein erhebliches, bisher viel zu wenig genutztes Potenzial haben, um in vielen wichtigen und zukunftsweisenden Themenfelder erfolgreich und zum gegenseitigen Nutzen zusammenzuarbeiten. Von der Aufrechterhaltung einer multilateralen, regelbasierten internationalen Ordnung, über Handel, digitale, grüne und industrielle Technologien sowie Innovation, im Bildungsbereich und verstärkt auch im Bereich von (maritimer) Sicherheit, Verteidigung, Cyber und Konnektivität können beide Staaten viel einbringen, haben ähnliche Ökonomien, Bedürfnisse und teilen viele entscheidende Werte und Prinzipien. Klar wurde auch, dass insbesondere auf deutscher Seite viel zu wenig Wissen und Expertise in Bezug auf Südkorea und den Indopazifik bestehen und viel zu wenig dafür getan wird, diesen Zustand schnell und dauerhaft zu verbessern: Angesichts der erheblichen und fundamentalen Interessen, Abhängigkeiten und Ziele ein kaum nachvollziehbarer Zustand.