Ein neuer Dialogprozess auf der koreanischen Halbinsel ist unverzichtbar und muss zeitnah erfolgen. „Frieden ist niemals einfach, sondern erfordert immer einen langen Atem und den notwendigen politischen Willen. Frieden mit Nordkorea zu schließen ist nicht einfach der Endpunkt, sondern ein Prozess, bei dem die Lösung gegenwärtiger Krisen von einer Geschichte ungelöster Konflikte und Traumata geprägt ist. Dies gilt insbesondere auf der koreanischen Halbinsel, wo die Etablierung eines echten Friedens untrennbar verbunden ist mit der Herausforderung der Denuklearisierung Nordkoreas, dem sukzessiven Abbau von Spannungen und dem schwierigen, aber notwendigen Aufbau von Vertrauen sowie der Neujustierung einer fest institutionalisierten und auf Antagonismus basierenden Sicherheitsarchitektur. Frieden in Korea zu schaffen erfordert letztlich, alle diese Herausforderungen parallel anzugehen, Schritt für Schritt.“ Diese Meinung vertritt Professor Michael Staack gemeinsam mit Dr. Eric C. Ballbach (Stiftung Wissenschaft und Politik/Freie Universität Berlin), Professorin Dr. Eun-Jeung Lee (Direktorin des Korea-Instituts an der FU Berlin) und Hartmut Koschyk (deutscher Co-Vorsitzender des deutsch-koreanischen Forums, langjähriger Bundestagsabgeordneter und Parlamentarischer Staatssekretär) in einem Gastkommentar für „Die Welt“ vom 19. Juli 2020. Die vier Korea-Experten fordern außerdem ein aktives und sichtbares Engagement Deutschlands und der Europäischen Union, um den derzeit abgebrochenen Verhandlungsprozess auf der koreanischen Halbinsel wieder zu beleben.
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