Führungswechsel bei WIFIS: Johannes Varwick folgt auf Michael Staack

Das Wissenschaftliche Forum für Internationale Sicherheit (WIFIS) wird künftig von Prof. Dr. Johannes Varwick (Universität Halle-Wittenberg) geleitet. Der Vorstand des Vereins wählte den profilierten Experten für Europa-, Internationale und Sicherheitspolitik am 30. Mai 2024 einstimmig zum neuen Präses. Johannes Varwick folgt damit auf Michael Staack, der WIFIS seit 2006 – also insgesamt achtzehn Jahre – geführt hatte.

Michael Staack betonte in seinen Abschiedsworten die offene Debattenkultur bei WIFIS: „Standpunkte müssen kontrovers vertreten werden können, wissenschaftliche Erkenntnisse präsentiert – ohne Sprech- und Denkverbote. Bekanntlich sind die Ketzereien von heute die Wahrheiten von morgen. Eine Ausrichtung am jeweiligen `Mainstream´ oder der Devise `Das war schon immer so und anders geht es nicht´ dürfen für die Wissenschaft nicht handlungsleitend sein. Ebenso ist es wenig hilfreich, nur noch mit denen – auch international – im Austausch zu sein, die schon einer, unserer Meinung sind.“

Unter der Leitung von Professor Staack und seinem Vorstandsteam (zuletzt Hofrat Prof. Dr. Gunther Hauser von der Landesverteidigungsakademie Wien, Brigadegeneral a.D. Rainer Schwalb, Joana Caripidis, Dr. Dan Krause und Paul Sedzro; beide HSU) wurde das inhaltliche Profil von WIFIS deutlich geschärft. „Unser Kerngeschäft sind“, so Michael Staack, „die Publikationen“: „Seit meiner Amtsübernahme 2006 sind zwölf Bücher in der Schriftenreihe von WIFIS erschienen und 41 Veröffentlichungen in der Reihe WIFIS Aktuell; hinzu kommen einige WIFIS Arbeitspapiere. Die Themen dieser wissenschaftlichen Publikationen sind breit gespannt und reichen von Europäischer Sicherheit, Auslandseinsätzen der Bundeswehr, Innerer Führung oder deutscher Rüstungspolitik bis hin zur Friedens- und Sicherheitsordnung Gesamteuropas, Rüstungskontrollpolitik, dem politischen Erbe von Helmut Schmidt oder Wolf Graf von Baudissin, den Auswirkungen der Covid 19-Pandemie und Themen wie der russischen Aggression gegen die Ukraine seit 2014 oder den Konflikten über das iranische und das nordkoreanische Nuklearprogramm. Unser inhaltlicher Blick war nie europäisch oder transatlantisch verengt, was sich in der Beschäftigung mit Entwicklungen auf dem afrikanischen Kontinent, dem Aufstieg Chinas und Prozessen von Konflikt und Kooperation in Ostasien und im größeren Raum des Indo-Pazifiks dokumentiert. Ein besonderes Anliegen war mir, Sachfragen aufzugreifen, die wichtig, im Diskurs aber eher `unterbelichtet´ waren oder sind. Mit dem breiten Spektrum von Themen korrespondiert der große Kreis der mitwirkenden Autorinnen und Autoren. Sie garantieren die wissenschaftliche Qualität unserer Schriften ganz entscheidend.“

Die Publikationen von WIFIS erscheinen seit 2011 im renommierten Verlag Barbara Budrich. Aufgabe des unabhängigen Vereins ist die Förderung des wissenschaftlichen Dialogs über Sicherheitspolitik. WIFIS wird aus dem Bundeshaushalt institutionell gefördert.

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