In sehr vielen afrikanischen Staaten sei frühzeitig, gut überlegt und entschlossen gehandelt worden, um einer Ausbreitung der Covid-19-Pandemie vorzubeugen. Anders als Europa verfüge Afrika über große Erfahrungen in der Bekämpfung von Seuchenkrankheiten wie Ebola, Malaria oder Pocken. Diese Auffassung vertrat Professor Michael Staack am 26. Mai 2020 in einer Online-Diskussion der Berliner Wirtschaftsgespräche, an der auch Prof. Dr. Heinz-Gerhard Justenhoven vom Hamburger Institut für Theologie und Frieden teilnahm. Die weitere Entwicklung, so die beiden Wissenschaftler, bleibe mit gravierenden Unwägbarkeiten behaftet. Am wichtigsten sei die Gewährleistung der Ernährungssicherheit, denn Millionen Menschen könnten aufgrund der Ausgangssperren nicht für ihren Unterhalt sorgen und seien deshalb einer existenziellen Bedrohung ausgesetzt. Im Zusammenhang damit stelle auch die Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit eine große Herausforderung dar. Hinzu komme die Bekämpfung anderer Krankheiten, die sich nun stärker verbreiteten, denn viele Impfprogramme seien derzeit eingestellt. Den wichtigsten Beitrag im Kampf gegen die Pandemie leisteten derzeit die Weltgesundheits- und die Welternährungsorganisation, WHO und FAO, die nach dem Urteil von Michael Staack „unersetzlich“ seien. Auch China habe seine Unterstützung intensiviert, während die Hilfen aus der EU erst beginnen würden. Im Kampf gegen die Pandemie sei ein Zusammenwirken aller Akteure unbedingt erforderlich, um die Ausbreitung von Covid-19 sowie die Folgen der Pandemie-Bekämpfung weiterhin unter Kontrolle halten zu können. Nach Auffassung von Professor Staack liegt die Unterstützung Afrikas im Eigeninteresse der Europäischen Union: „Und in Afrika wird man sehr genau in Erinnerung behalten, wer in dieser großen Krise Hilfe geleistet hat und wer nicht“, so Michael Staack.